PsyQM Qualitätsmanagement für psychotherapeutische Praxen - Beatrice Piechotta - www.psyqm.de

 Weiterführende Links

 

  • QM-Richtlinie
     
  • QEP
     
  • KPQM
     
  • qu.no
     
  • KTQ
     
  • Konzept
     

    Das PsyQM-Konzept wird im Buch ausführlich dargestellt.

    Hier einige wesentliche Punkte:

    • Das PsyQM-Konzept (entwickelt ab 2002 - zunächst für die psychoanalytische Praxis) ist eine psychotherapie-spezifische Ausgestaltung der allgemeinen QM-Prinzipien für die vertragspsychotherapeutische Praxis. Es richtet sich an Psychologische, Ärztliche und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten aller Verfahrensrichtungen, aber auch an alle Ärzte, die Psychotherapie ausüben und an die psychotherapeutischen Ausbildungsambulanzen.
      Alle Anforderungen der QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses werden berücksichtigt.
    • PsyQM ist kompatibel mit allen gängigen QM-Modellen: Es liefert die psychotherapie-spezifischen Inhalte für QM-Modelle wie z.B. QEP, KPQM, qu.no, KTQ oder DIN ISO 9001.
      Zur Erleichterung der Zuordnung gibt es eine Gegenüberstellung mit den Inhalten des QEP-Katalogs.
    • PsyQM entwickelt eine Systematik, mit der sich bestimmen läßt: Worin besteht konkret die Qualität in der psychotherapeutischen Praxis und der psychotherapeutischen Arbeit?
      Erst wenn Merkmale der Qualität der psychotherapeutischen Arbeit definiert sind, läßt sich daraus ableiten, was eigentlich gemanagt werden soll, und wie das angemessen geschehen kann.

      Viele QM/QS-Vorschläge für die psychotherapeutische Praxis sind von Wissenschaftlern bzw. in der Klinik entwickelt, und erscheinen daher eher für Forschungsprojekte bzw. für den stationären Bereich geeignet, oder sie wurden aus dem Bereich somatischer Arztpraxen abgeleitet. Sie definieren höchstens in Ausschnitten, worin die spezifische Qualität der ambulanten Psychotherapie besteht.
      Die Konzepte aus dem somatischen Bereich gehen tendenziell so vor, daß sie vom somatisch-medizinischen QM alles wegstreichen, was in der psychotherapeutischen Praxis nicht vorkommt, und der übrigbleibende Rest – der berühmt-berüchtigte Feuerlöscher, oder die Frage, was zu beachten ist, wenn man abends die Praxis verläßt – wird zum Inhalt des psychotherapeutischen QM erklärt. Das hat zur Folge, daß kaum etwas darin enthalten ist, was mit der spezifischen Qualität psychotherapeutischer Arbeit zu tun hat.
      Das PsyQM-Konzept vermeidet den Umweg über Klinik oder somatische Medizin, und bezieht die QM-Prinzipien direkt auf die Psychotherapeutische Praxis.
    • Die Gliederung des PsyQM-Handbuchs orientiert sich an den zentralen Arbeitsabläufen in der psychotherapeutischen Praxis.

      1. Patientenversorgung
      1.1. Kontaktaufnahme
      1.2. Abklärung
      1.3. Therapie
      1.4. Behandlungsdokumentation

      2. Praxisführung
      2.1. Therapeutisches Konzept der Praxis
      2.2. Patientenrechte und Patientensicherheit
      2.3. Praxisinhaber und Mitarbeiter
      2.4. Praxisorganisation
      2.5. Qualitätsentwicklung
    • Zur Philosophie des PsyQM-Konzeptes gehört es, nur diejenigen Tätigkeiten zu managen / standardisieren / dokumentieren, die dadurch auch tatsächlich besser werden, so daß ein Nutzen für Therapeut und/oder Patient resultiert.
      Darauf folgt u.a. die Überlegung: Für eine QM-Zertifizierung müssen auch Bereiche bearbeitet werden, die in einem Ein-Personen-Unternehmen keinen direkten Nutzen bringen; sie ist mit hohem Aufwand und Kosten verbunden, die sich nicht durch entsprechende Effizienz-Gewinne kompensieren lassen. Solange also eine QM-Zertifizierung nicht vorgeschrieben ist, reicht es für Psychotherapeuten völlig aus, die Gestaltungsmöglichkeiten zu nutzen, die sich im Rahmen der QM-Richtlinie ergeben, und auf eine Zertifizierung zu verzichten.
    • Da Psychotherapeuten bereits weitgehende Maßnahmen zum Reflektieren und Verbessern ihrer Arbeit einsetzen, wird es für sie bei der Einführung von QM darum gehen, die bisherigen Aktivitäten darzustellen und ggf. zu systematisieren oder zu ergänzen. Keine Praxis fängt ja hinsichtlich QM bei Null an, es gibt viele Maßnahmen und Vorgehensweisen, die sie in ihr QM-System übernehmen kann.
      PsyQM bezieht die bereits üblichen qualitätssichernden und -fördernden Aktivitäten in der Psychotherapie (z.B. Intervision, Supervision, Selbsterfahrung, Gutachterverfahren, Dokumentation) ein; es ergänzt und systematisiert sie in Hinblick auf zentrale Qualitätsmerkmale und mögliche Verbesserungspotentiale im Bereich der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung.
    • Es ist nicht Aufgabe von QM, Qualitätsmerkmale und Standards fachlich-inhaltlich vorzugeben, sondern QM legt eine Systematik fest, wie die Praxisinhaber dahin kommen, ihre eigenen Qualitätsmerkmale und -indikatoren im Rahmen der fachlichen und gesetzlichen Vorgaben zu definieren, zu messen und zu überprüfen.
      In der Psychotherapie besteht bisher nur über relativ wenige Standards Konsens, die z.B. in der Berufsordnung oder den Psychotherapie-Richtlinien formuliert werden. Im Detail haben Psychotherapeuten und ihre Patienten unterschiedliche Qualitätskriterien, und psychotherapeutische Praxen sind sehr verschieden strukturiert. Das hängt mit den unterschiedlichen Therapieverfahren, Behandlungsschwerpunkten, Wertvorstellungen, Krankheitsverständnis (auch auf Seiten der Patienten) und Praxisstrukturen zusammen, aber auch mit den materiell oder strukturell begrenzten Möglichkeiten, eine eigentlich wünschenswerte Qualität zu gewährleisten. (Beispielsweise können offene Sprechstunden nicht angeboten werden, wenn die entsprechenden Leistungen durch enge Budgetierung und gegen Null gehende Punktwerte nicht bezahlt werden.)
      Die Systematik des PsyQM-Konzeptes zur Qualität in der ambulanten Psychotherapie ist also entsprechend flexibel und offen gestaltet.